Fehler beim Poker
Fehler passieren jedem Menschen, so ist das halt. Aber man kann viele Fehler auch vermeiden und vor allem kann man Fehler bei den Gegnern provozieren. Wie man dies anstellt, möchte ich in diesem Beitrag veranschaulichen. Wenn man Fehler provozieren möchte, gelingt dies nur, wenn ich den Gegner in dem Glauben lasse, ich würde eine andere Hand spielen, als ich repräsentiere. Klingt kompliziert, ist es aber eigentlich nicht. Im Grunde muss ich meine Hand immer Gegensätzlich zu ihrer Stärker spielen.
Beispiel: AA würde normalerweise nach einem Raise ein Reraise zu Folge haben . Um meine Handstärke geheim zu halten calle ich nun aber nur ,mit dem Hintergedanken in weiteren Setzrunden zu erhöhen um meinen Gegner so zu verwirren. Ich muss mir einfach meine Hand, die ich spiele, in der Beobachtungsperspektive bzw. der Perspektive meines Gegners vorstellen und überlegen, was mein Setzverhalten wohl für eine Hand repräsentiert, welche Hand ich gerne repräsentieren möchte und wie ich es bewerkstellige. Ich muss aber genauso versuchen die Hand meines Gegners zu analysieren und schauen, ob dieser eventuell versucht mich in die Irre zu führen, was alles andere als positiv wäre.
Noch ein Beispiel, wie man seinen Gegner komplett verwirrt.
Hand: AK
Pre Flop raist mein Gegner und da ich am Button sitze, sehe ich wie alle anderen Spieler folden. Normalerweise würde man jetzt nur callen. Ich aber Reraise meinen Gegner und repräsentiere eine Monsterhand. ( Anmerkung: Manche Spieler werden jetzt sagen : „Das hätte ich auch so gemacht. Mit AK ist das doch Standard“ Vertuen sie sich nicht mit der Stärke AK. Ak ist zwar eine gute Hand, gegen ein Raise ,sollte man sie aber nicht überspielen.)
Mein Gegner callt nur. Jetzt kommt der Flop 10 Q J Rainbow. NICE ONE. Nuts gefloppt. Viele Spieler denken jetzt, los betten. Aber nein diesmal calle ich den Bet meines Gegners nur und gebe so vor, dass ich nichts getroffen habe und nur der Pott-Odds wegen calle. Der Turn ist eine 5 und ich wiederhole das Spielchen. Auf dem Turn kommt nun eine 3. Keine Flushgefahr liegt vor. Mein Gegner raist und nun reraise ich All-in.
Wonach sieht dieser Spielzug aus. Habe ich 55 oder 33? Unwahrscheinlich, denn damit hätte ich Preflop nicht erhöht. Hatte ich vielleicht eine Hand wie 99 überspielt und versuche jetzt durch einen Bluff den Pot zu bekommen, oder habe ich etwas wie AQ oder AJ gespielt. Mein Gegner setzt mich zu 80% nicht auf die gefloppte Straight und geht durch meinen All-in Move von einem Bluff aus. Diesmal habe ich Glück und der Gegner callt mit JJ. Nice one. Ich verdoppele.
Hätte ich auf dem Flop gereraist, hätte mich mein Gegner hier auf AA,KK,QQ oder eventuell AK setzten können. Durch meine passive Spielweise habe ich ihm allerdings eine Falle gestellt und er ist hineingerannt.
Im Umkehrschluss muss ich bei guten Spielern dieselben Moves erwarten. Bei schlechten ist dies eher unwahrscheinlich.
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